Mittwoch, 5. April 2017

Ein Leben zwischen Pasta und selbstgemachtem Pesto!

Friedrichshafen - Es gibt Dinge, die könnte man doch jeden Tag essen, oder? Also mir geht es so, wenn ich an italienische Pasta und ein dazu hervorragend passendes Pesto denke. Erst heute Abend habe ich wieder einen Versuch unternommen und kochte dieses Mal Spaghetti mit Bärlauch-Pesto.

 
Ja, ich gebe es zu: Die Nudeln sind bzw. waren aus der Packung, an selbstgemachte Pasta traute ich mich - auch aus Zeitgründen - nicht heran. Dafür machte ich die Sauce, ja gut, das Pesto selbst. Bei einem Spaziergang im Wald sammelte ich junge Bärlauch-Blätter ein. Meine Empfehlung: Nehmt besser nicht welche vom Wegesrand oder direkt unter Bäumen. Wer weiß, wer sich da - wie auch immer - erleichtert hat.
 
Sei's drum: Man sollte die beziehungsweise seine Ernte vor der Verarbeitung so oder so richtig gut waschen - am besten mehrmals - und hinterher abtupfen, damit das Pesto nicht zu wässrig wird. Dann kann es auch schon losgehen - in meinem Fall mit einem Multi-Zerkleinerer. Ihr könnt natürlich auch einen (Stab)Mixer oder einen Stößel mit Mörser nehmen - ganz, wie es euch lieb und recht ist.
 
Das Mahlwerk tut sich leichter, wenn es - während der Zubereitung - in schönster Regelmäßigkeit Unterstützung durch Olivenöl bekommt. Ich habe mich dazu entschieden, geriebene Mandeln zu verwenden. Es gehen natürlich auch Pinienkerne oder - wer es etwas kräftiger mag - Walnüsse. Immer wieder frisch geriebenen Parmesan (oder Pecorino) dazu, während die Nudeln bereits im Topf sind.
 
Wichtig: Nach jedem Mixvorgang empfiehlt es sich, das Pesto abzuschmecken und - bei Bedarf - von den Zutaten etwas nachlegen oder mit Salz und Pfeffer nachzuwürzen. Wer es gerne scharf mag, kann natürlich auch Cayenne Pfeffer oder eine (kleine) Chili mit dazugeben.
 

Und: Damit es nicht zu trocken wird, empfehle ich, etwas vom Nudelwasser beiseite zu lassen. Spaghetti, Penne, Fusili - was euch eben am liebsten ist - abgießen und rein mit dem Pesto in den heißen Topf. Etwas Nudelwasser hinzu, dann die Pasta hinzugeben und kräftig durchmischen. Bei Bedarf erneut etwas Nudelwasser aufgießen und - je nach Geschmack - vor dem Servieren mit Basilikumblättern garnieren. Guten Appetit!
 
Hinweis: Ich verzichte bewusst auf Mengenangaben, weil ich das sehr schwer einschätzen kann!

Mittwoch, 22. März 2017

Er ist und bleibt ein Mann der klaren Worte!

Friedrichshafen - Ulrich - genannt "Uli" - Hoeneß ist stets als Mann der klaren Worte bekannt gewesen. Dass der Präsident des FC Bayern München noch immer sagt, was er denkt, hat der (Wieder)Präsident des deutschen Fußball-Rekordmeisters am Mittwochabend erneut bewiesen.

 
Beim von der Heinzl Firmengruppe aus Bad Waldsee organisierten "Mittelstandsforum Bodensee" in der Halle A2 des Häfler Messegeländes sorgte der 65-jährige Ulmer (Foto: TS) am Bodensee für viele Lacher - und nachdenkliche Pausen. So zum Bespiel, als der Weltmeister von 1974 von seiner Zeit im Gefängnis erzählt.
 
Es ist nicht zu übersehen, dass ihn dieser Lebensabschnitt geprägt und ein Stück weit verändert hat. Zwar besitzen seine Worte noch immer diese gewisse Schärfe, doch der Ton ist ruhiger geworden. Als Hoeneß erzählt, dass es ihm in der JVA in Landsberg am Lech nicht erlaubt war, seiner Frau Susanne anzurufen, um ihr zum Geburtstag zu gratulieren, kämpft der Lebemann kurz mit den Tränen.

Wesentlich fröhlicher und glücklicher wirkt der gelernte Metzgerssohn, wenn er vom finanziellen und wirtschaftlichen Aufstieg seines dritten Kindes, dem des FC Bayern München, berichtet. Ja, dieser beziehungsweise sein Verein ist - neben der Tochter und dem Sohn - sein drittes Kind.

Dieses päppelte er von 1979 - als er den Posten des Managers übernahm - vom verschuldeten Klub bis heute zu einem Weltkonzern mit über 600 Millionen Euro Jahresumsatz auf, das gerade in Shanghai ein neues Büro eröffnet hat. Im asiatischen Markt und in Nordamerika sieht Uli Hoeneß viel Potential für den Verein, der sein "Mia san mia"-Verständnis gerne globalisieren möchte.

Jedoch ohne - und das ist dem Chef des Aufsichtsrates, zu dem namhafte Dax-Konzerne gehören, wichtig - den Blick nach Deggendorf oder sonstige Städte und Gemeinden des bayrischen Bundeslandes zu verlieren. Dort, so Hoeneß, "sitzen nämlich unsere treuesten Anhänger".

Zu seinen größten Fans gehört zweifelsohne seine Familie, die auch während seiner Inhaftierung immer zu ihm gehalten habe und ihn in der Justizvollzugsanstalt, so oft es nur ging, besucht habe. Ebenso wie (Ex-)Spieler und (ehemalige) Funktionäre der "Roten" von der Isar.

Sein schönster Moment im Bayern-Trikot war für ihn der Sieg im Landesmeister-Cup gegen Atletico Madrid, als man die Spanier in Brüssel nach einem glücklichen 1:1-Unentschieden zwei Tage später in ein Wiederholungsspiel zwang, das die Bayern ("obwohl wir alle total kaputt waren") mit 4:0 gewannen.

Gefeiert wurden solche Erfolge von Beckenbauer, Müller, Hoeneß, Maier und Co. standesgemäß auf der Wiesn, also dem Münchner Oktoberfest. Und wenn die damaligen Stars einen über den Durst getrunken hatten, interessierte das niemand. Dies sei heute anders, auch dank dieser "sch... Handys und iPhones", sagt der Präsident, der noch nie eine E-Mail geschrieben haben will.

Im heimischen Bad Wiessee am Tegernsee existiere zwar ein Computer, "den bedient allerdings nur meine Frau", schmunzelt der Bayern-Boss, dessen Sohn die von ihm gegründete Wurstfabrik in Nürnberg längst erfolgreich weiterführt. Uli Hoeneß ist und bleibt ein Getriebener - der eigentlich nur das Beste will. Für sich, seine Familie und sein liebstes Kind, den FC Bayern München.

Infolgedessen nahm er von Gesprächspartner Walter Döring, Baden-Württembergs Wirtschaftsminister a.D., bereits Glückwünsche zur Deutschen Meisterschaft entgegen, als er auf die Frage, ob die Bundesliga bereits gelaufen sei, nur kurz und knapp mit "Ja" antwortete.

Mag beim einen oder anderen zwar arrogant rüberkommen, ist beim Blick auf die Tabelle allerdings gar nicht so unrealistisch. "Wir haben 13 Zähler Vorsprung", sagt Hoeneß. "Ich glaube nicht, dass wir noch fünf Spiele verlieren. Und: Die anderen Teams müssen ja auch erst einmal alles gewinnen." Übrigens etwas, das Uli Hoeneß bereits geschafft hat - als Fußballer, Funktionär und Privatier.