Mittwoch, 8. Februar 2017

Die Ansage von Philipp Lahm überstrahlt alles!

München - Der FC Bayern München hat das Viertelfinale im DFB-Pokal erreicht. Beim 1:0-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg war jedoch erst in der dritten Halbzeit richtig etwas geboten. Denn bei den Interviews nach Spielende hatte FCB-Kapitän Philipp Lahm sein vorzeitiges Karriereende im Sommer verkündet.
 
 
Vergessen war er, der Ärger über den erneut vergleichsweise schwachen und mitunter lustlos wirkenden Auftritt des Titelverteidigers gegen ängstliche Gäste aus Niedersachsen. Dass die Allianz Arena (Foto: TS) bei Temperaturen um den Gefrierpunkt mit 73.500 Zuschauern darüber hinaus nicht ausverkauft war, passte ebenso ins Bild, wie die Massenflucht einiger Besucher ab Minute 80.
 
Sie alle verpassten zwar noch die eine oder andere Ausgleichschance für die "Wölfe", die wohl eine Verlängerung bedeutet hätte, doch in den Katakomben im Münchner Norden brannte auch so noch lange Licht. Journalisten, Mannschaftskollegen, Ehrengäste und selbst FCB-Präsident Uli Hoeneß wurden von der Entscheidung ihre langjährigen Führungsspielers völlig überrascht.
 
Lahm hätte sicherlich gerne weitergemacht in "seinem Verein", für den er an diesem Abend sein 501. Pflichtspiel absolviert hatte und - na klar - wie so oft einer der Besten im Aufgebot der "Roten" gewesen war. Doch es sollte anders kommen, weil Teile des Aufsichtsrates dem Spieler Lahm keine Rolle im Vorstand des "Mia san Mia-Imperiums" zugetraut haben - zumindest nicht sofort.
 
Stattdessen hätte ihn die Führungsriege um Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge gerne ein paar Büros weiter als Sportdirektor an der Säbener Straße 51 gesehen. Doch der Weltmeister von 2014 lehnte dankend ab. Eine solche Verweigerungshaltung nahm gegen den VfL auch so mancher Mitspieler des Rechtsverteidigers ein. Den Bayern fiel einfach kaum etwas ein gegen die Gäste.
 
Der einzige Treffer für den Favoriten durch Douglas Costa war - auch das passte wie die Faust aufs Auge - abgefälscht (17.). Sicherlich hätten Arjen Robben, Thiago, Mats Hummels oder Robert Lewandowski das Ergebnis klarer gestalten können - doch es kam anders. Nun muss der FC Bayern handeln und wird Max Eberl zum 1. Juli an die Isar locken, während Torwart Manuel Neuer die Binde übernimmt.


Mittwoch, 11. Januar 2017

„Ein Turnier in der Heimat ist etwas ganz Besonderes“

Erfurt - Kerstin Wohlbold aus Kluftern (Foto: THC) ist mit der deutschen Handball-Nationalmannschaft bei der EM in Schweden Ende 2016 Sechster geworden. Im Interview mit Thomas Schlichte blickt die Spielmacherin des Thüringer HC nochmals auf die Titelkämpfe im Dezember zurück und wagt darüber hinaus einen Ausblick auf die Heim-WM 2017 in Deutschland.

 
Frau Wohlbold, wie fällt Ihre persönliche EM-Bilanz aus?

Wir wären natürlich gerne Fünfter geworden, das ist klar. Ich glaube auch, dass das im Bereich des Möglichen gewesen wäre. Dennoch ist diese Platzierung in Ordnung, da uns die Halbfinalisten spielerisch etwas voraushatten. Man merkt, dass diese Teams eingespielter sind. Unsere Abwehr hat gut funktioniert, aber im Angriff müssen wir druckvoller werden.

Sind Sie eher glücklich über Rang sechs oder dann doch enttäuscht?

Wenn das Halbfinale so kurz und knapp vor einem steht, dann möchte man das natürlich mitnehmen. Aber ich bin zufrieden. Denn wir haben in der Hauptrunde kein Spiel verloren und gegen Spanien einen großen Rückstand aufgeholt. Das muss man erst einmal schaffen.

Was ist mit diesem Kader bei der Heim-WM 2017 drin für Sie und die DHB-Mädels?

Ein Turnier in der Heimat ist etwas ganz Besonderes und wir freuen uns schon riesig darauf. Gleichzeitig bedeutet dies, dass wir mehr Lehrgangstage absolvieren und uns gezielter vorbereiten müssen. Wir sind beispielsweise im Sommer auch mal drei Wochen am Stück zusammen. Es ist klar, dass wir im eigenen Land eine ordentliche Mannschaft stellen wollen. Ehrlich gesagt ist es doch so, dass man bei einem Turnier zu Hause eine Medaille holen will.

Welche Ziele verfolgen Sie bis dahin im Verein, also mit dem Thüringer HC?

Mit dem THC sind wir in der Bundesliga momentan Zweiter. Ich denke, dass es in dieser Saison schwer wird, noch an Bietigheim vorbeizukommen. Die sind in der Breite ausgeglichener besetzt und finanziell besser aufgestellt. Aber wir haben noch die Möglichkeit, wieder Meister zu werden. So lange die Chance da ist, werden wir kämpfen und alles geben. Doch auch der zweite Platz wäre ein Erfolg, da man sich dann für die Champions-League-Qualifikation empfohlen hat. Solche Partien auf diesem Niveau bringen einen immer weiter.

Wissen Sie schon, wie lange Sie noch auf diesem Top-Niveau Handball spielen möchten?

Ich kann noch nicht sagen, wie lange ich noch Handball spielen werde – auch wenn es gewisse Gedankenspiele und Überlegungen gibt. So eine Heim-WM ist natürlich eine extreme Motivation. Und das auch, weil das Kapitel „Nationalmannschaft“ für mich zwischendurch bereits erledigt war (Wohlbold ist vor der EM nicht berücksichtigt worden).

Heißt das, dass Sie es dann beim DHB und im Verein endgültig sein lassen?
 
So eine Heim-WM ist eigentlich nicht mehr zu toppen, sodass es das dann beim DHB wirklich gewesen sein könnte. Fest steht, dass ich meine Karriere beim Thüringer HC beenden werde. Der THC ist einfach mein Verein und ich habe dort noch Vertrag bis 2018. Das heißt aber nicht, dass es das dann danach auf der Platte schon gewesen ist (schmunzelt).